Montag, 15. März 2021

 Liebe Kunden,

wie viele gewiss mitbekommen haben, ist es auf diesen Seiten recht ruhig geworden.

Seit Beginn der Pandemie änderte sich das Leben hier auf dem Hof radikal, denn verständlicherweise benötigen Menschen in Zeiten, in denen das Reisen untersagt oder erschwert ist, in den seltensten Fällen einen Betreuungsplatz für ihren Hund.

Aufgrunddessen habe ich beschlossen, einen Großteil des Hofes und Gebäudes zu verpachten und den Betrieb der Hundepension vorerst gezwungenermaßen einzustellen.

Wie es weitergehen wird?

Das wird die Zukunft zeigen.

Fakt ist jedoch, daß, wenn die Betreuung von Hunden wieder möglich sein sollte, die Anzahl der Plätze wesentlich geringer sein wird, aus der ehemaligen "Farm" eher ein kleines Hundedorf werden wird, auf dem Teil, der nicht verpachtet wurde.

Gut Ding will Weile haben, das Konzept gut durchdacht und die Rahmenbedingungen (Pandemie, Wirtschaft, etc...) müssen wieder stimmig sein.
Schauen wir mal, was uns der Sommer bringen wird....

In Notfällen bin ich jederzeit unter folgender Nummer zu erreichen:
0177-1852236

Vielen Dank für viele schöne, lehrreiche und spannende Jahre mit Ihren Hunden und das Vertrauen, daß Sie meinen Mitarbeiterinnen und mir in der Vergangenheit entgegenbrachten.

Bleiben Sie gesund.

Anja Brüwer

Mittwoch, 25. Dezember 2019

Thassos

Normalerweise sind junge, pubertierende Rüden ja so gar nicht meins.
Aber wenn ich den Thassos sehe, dann geht mir das Herz über. Der ist soooo toll!
Mit der richtigen Erziehung wird das ein sehr souveräner Traumhund.

https://www.youtube.com/watch?v=P1bYGMf_jLI

Großreinemachen bei der Welpenbande

https://www.youtube.com/watch?v=ObAxYJKX3X0

Weil das Wetter heute zwar kühler, dafür aber klar und sonnig war, haben wir die Gelegenheit genutzt und das Welpengehege mal schnell ein bischen "frisch gemacht"
Ne ziemlich spannende Sache für die Lütten

Samstag, 13. Juli 2019

Auszeit 01.11.2019 - 31.03.2020


Nach 14 Jahren der Hundebetreuung in unserem Wohnhaus benötigen wir dringend eine Auszeit um uns u.A. der umfassenden Renovierung der Räumlichkeiten und des Gartens zu kümmern.

Ebenso liegt mir am Herzen, mich einige Zeit intensiver als bisher meinem Tierschutzprojekt in Griechenland zu widmen.
Wir schließen die Hundepension deshalb vom 01.11.2019 bis zum 31.03.2020 und sind danach wieder für Sie und Ihre Hunde da.
Buchungen oder Anfragen/Kennenlerntermine für Neukunden für die Zeit ab April 2020 nehmen wir ab November dann gern per Mail:
haustierbetreuung-bruewer@web.de

oder unter folgender Mobilnummer entgegen:
0177-1852236

Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen mit Ihnen und Ihren Hunden.

Montag, 22. Oktober 2018

warum Tierschutz? Ein Grund:

Der Betrug
Man hat mich gesehen und kaufte mich prompt,
denn ich bin ein Hund, der vom Züchter kommt.
Und wird es nicht allenthalben empfohlen,
man soll gute Hunde beim Züchter holen?
Und alle Erwartungen trafen ein:
Ich bin hübsch, lieb und kann auch folgsam sein.
Mich hat man am Strand draußen aufgelesen,
da bin ich seit Monaten schon gewesen.
Man hat mich getreten, es gab nichts zu fressen,
dann stieß man mich weg und hat mich vergessen.
Bin alt nun und krank, mein Herz tut mir weh.
Hab nur gelernt, dass ich gar nichts versteh.
Ich wurde in einer Tonne geboren,
meine Finder gaben mich schon verloren.
Mein rechtes Ohr hängt, das linke blieb stehen
und auf einem Auge kann ich nicht sehen.
Ich liebe die Menschen und weiß nicht warum.
Sie finden mich hässlich, mickrig und dumm.
Ihr seht, ich bin hübsch und mein Fell ist glatt.
Man pflegte mich gut in der großen Stadt.
Sie haben mich sogar angezogen,
operiert und die Ohren hochgebogen.
Dann wurde ich an einen Baum gebunden,
dort hat mich nach Tagen jemand gefunden.
Und Du? Wer bist Du? Hast noch nicht gesprochen.
Hast bis jetzt mit der Nase am Gitter gerochen.
Wenn sie kommen um einen auszusuchen,
verschmähst du all ihre Hundekuchen.
Siehst niemanden an und willst dich nicht binden.
Möchtest du keine neue Familie finden?
Eine Pause tritt ein. Niemand sagt ein Wort.
Der Blick des Gefangenen driftet weit fort.
Sein Kopf ist erhoben, die Schultern gestrafft,
der Körper ist mager und doch voller Kraft.
Dann dreht er sich um, sein Schwanz fächelt
leicht den Wind, der von Norden herüberstreicht.
Der Blick seiner blauen Husky-Augen
scheint sich am Fragenden festzusaugen.
„Versteht ihr nicht“, flüstert er in den Wind,
dass wir nur eine Laune der Menschen sind?
Sie wollen uns schaffen nach ihrem Gefallen
und wissen doch nicht wohin mit uns allen.
In dieser Sekunde sind wir schon verloren,
denn es werden tausend Welpen geboren.
Wir sind zu viele, das ist der Betrug,
denn Menschen bekommen niemals genug.
Sie wissen es alle, doch die endlose Flut
immer neuer Hunde gefällt ihnen gut.
Die endlosen Züge der überschussfracht
sind in Tierheimen ja wunderbar untergebracht.“
Sanft hebt er die Schnauze, setzt an zum Gesang.
Ein klagender Ton zieht die Gitter entlang.
Eine Türe schlägt zu und dann schweigt er still,
weil das, was er weiß, niemand wissen will.
Er legt sich nieder, bettet ruhig sein Haupt.
Oh ja, es sind viele! Viel mehr, als man glaubt....
I. Winiawsky

Dienstag, 21. November 2017

Donnerstag, 28. Juli 2016

Unsere neue facebook-Seite

Hier können Sie aktuelle Informationen, Bilder und Videos rund um die vierbeinigen Gäste unserer kleinen Hundefarm finden:

https://www.facebook.com/HaustierbetreuungBruewer/

Sonntag, 7. Februar 2016

Sonderfarben beim Labrador

Der hohe medizinische Preis für einen „Exoten“ am Beispiel der Sonderfarben unter den Labradors
Die Geschichte eines Mythos..

Für mich als Labrador Liebhaber, aber auch als Wissenschaftlerin, ist es nicht verständlich und nicht erklärbar, warum Menschen unbedingt einen „Exoten“ zu überteuertem Preis kaufen, der sich dann Labrador „charcoal“ oder gar „silber“ nennt. Farbschläge, die aus braun und schwarz resultieren. „Champagner“ aus dem Farbschlag gelb.
Schaut man in einschlägigen Foren, auf Züchterseiten und in Facebook-Gruppen, so trifft man fast ausschließlich auf Menschen, die auf Erkrankungen und Wesensabnormitäten der Hunde nur mit heftigem, verneinendem Kopfschütteln reagieren und mit den Worten: Ihr seid ja nur neidisch, weil ihr nicht etwas Besonderes besitzt!.

Fakt ist: Es gibt keinen reinrassigen Labradore in der Farbe „charcoal“, „silber“, oder „champagner“.
Aber nehmen wir mal wissenschaftlich einen Blick auf die Geschichte dieser Farben und auf die Genetik mit ihren heutigen Möglichkeiten und Erkenntnissen.
Im September 2015 gab es erstmals eine anerkannte Veröffentlichung in den USA von Jack Vanderwyk zum Thema der „Dilutes“ unter den Labbis.
Nach dieser Recherche kamen tatsächlich alle „Sonderfarben“ aus dem bekannten Labrador Kennel „Kellogg“ in den USA. Dieser Kennel gilt offiziell als alleinige Herkunft der „Dilutes“.
Die Familie Kellogg züchtet seit den 1920er Jahren Labradors. Mayo Kellogg hat demzufolge im Alter von nur 8 Jahren begonnen, Labradors mit Pointern zu verpaaren. Mayo wollte die Optik des Labbis mit einem Pointer aufwerten.
Jedoch kam der eingekreuzte Pointer nicht aus bekannter Zucht, sondern kam aus South Dacota und dieses Tier trug optisch eindeutige Züge eines Weimaraners. Diese Optik bestätigte sich bei näherer Recherche.
Es war ein Labrador, der mit einem Weimaraner gekreuzt wurde, um wie ein „Pointing Labrador“ auszusehen und genau dieses Tier floss in die Zucht der Familie Kellogg ein.
Mayo Kellogg aber, verbrachte die nächsten 40 Jahre nach der ersten Verkreuzung von Delutes damit, die Rasse zu perfektionieren. Mangelnde genetische Erkenntnisse und das Wissen um erbgenetische Schwierigkeiten taten Probleme auf, derer man auch heute nicht Herr wird.
Die Labradors in den Sonderfarben (Dilutes) wurden vom AKC (American Kennel Club) in den frühen 1980er Jahren in die Zuchtbücher aufgenommen. Ein fataler Fehler gesundheitlich betrachtet, den der AKC nicht revidieren konnte, ohne sein Ansehen schwer zu schädigen. So wurden bis heute nur hohe Zuchtauflagen vorgenommen, um größere Schäden zu vermeiden. Jedoch erkennt der AKC an, mit der Zulassung der „Dilutes“ einen Fehler großen Ausmaßes begangen zu haben.
In den USA wird ein gesteigerter Wert auf „Zuchthygiene“ gelegt, um das Auftreten der unerwünschten Erkrankung CDA zu verhindern.

Schaut man aktuell in die weltweite Labrador Data Base, erkennt man, dass 99,3% a l l e r sogenannten „Sonderfarben“ aus dem Pool der Familie Kellogg abstammt. Von 2.471 registrierten Tieren gehören lediglich 17 n i c h t in die Linie der Familie Kellogg.

Der Verbreitung von CDA wird durch eine unkontrollierte Zucht in Europa Vorschub geleistet. Es entstehen Schäden, die sich zumindest deutlich vermindern lassen, wenn nicht gar komplett umgehen.

Wenden wir uns als der Genetik zu.
Ich versuche, es einfach zu erklären. Gene bauen sich auf wie Dominosteine. Eine Hälfte des Steins wird dabei vom Vater, die zweite Hälfte vom Muttertier vererbt.
Da auch die Eltern wieder von ihren Eltern diesen „Dominostein“ erbten, bleibt es dem Zufall überlassen, welche Seite des Gens an die jeweiligen Nachkommen vererbt werden.
Das sogenannte „Dilute-Gen“ ist ein Gen, welches eine Verdünnungsfunktion der Farbe in sich trägt. Das Dilutionsgen wird als „D-Lokus“ bezeichnet. Die beiden Hälften des Gens (Dominostein) bezeichnet man als Allele. Ein gesundes Gen trägt auf beiden Hälften die Bezeichnung „D“. Eine mit einem Gendefekt behaftete Hälfte wird mit „d“ gekennzeichnet.
Ein Züchter kann nun einen Gentest im Labor anfertigen lassen. Dieser Test wird zeigen, ob ein Hund die Gen-Teile D/D trägt. Es handelt sich dann um ein gesundes Tier, welches keine Dilution (Farbverdünnung) vererbt und damit keinen Gendefekt.
Trägt ein Hund die Gen-Teile D/d, so trägt er einen Teil eines mutierten Gens, also eines Gendefekts. Das Tier selbst zeigt keine Dilution, kann aber bei Verpaarung mit einer 50%- Wahrscheinlichkeit das Dilute-Gen und damit den Gendefekt auch vererben. Diese Tiere bezeichnet man als „Träger“.
Trägt ein Hund jedoch d/d, so sind alle weiteren Tests nicht mehr von Belang! Das Tier trägt den Gendefekt im vollen Umfang, da er von beiden Elternteilen eine Hälfte der Dilution vererbt bekam. Die Dilution vererbt sich autosomal rezessiv, was bedeutet, dass nur reinerbige Tiere (d/d) die Auswirkungen des Gendefekts zeigen. Man bezeichnet diese Tiere als sogenannte „Zeiger“.
Die letzte Möglichkeit besteht darin, dass ein Hund verdeckt „d/d“ trägt. Das ist der Fall bei cremefarbenen Tieren, die basierend auf der Trägerschaft des E-Allels cremefarben sind. Aber diese Erläuterung wird in diesem Thema zu weitschweifend.
Sie wundern sich, dass ich das Dilte-Gen als „Gendefekt“ bezeichne? Kann man getrost immer dann tun, wenn wir von einer Hunderasse – wie eben unserem Labrador – sprechen, der von Natur kein Dilute-Gen trägt. Es ist also eine Form der Gen-Unverträglichkeit, bzw. Mutation, eine Anomalie, die ein Krankheitsbild hervorruft.
Wie immer rächt sich die Natur, wenn der Mensch massiv in die Genetik einzugreifen versucht.
Die Erkrankung CDA (Color delution alopecia), auch blue dog disease genannt.
- Als “blau” bezeichnet man die Farbmutationen im Bereich der Labbis “silber” und auch “charcoal”.
Die CDA kann bei den Labbis auf alle Sonderfarben – in diesem Fall auch auf champagner (falb)- zutreffen.
Die ungewöhnliche Fellfarbe wird durch eine Farbmutation hervorgerufen, wie wir gerade nachlesen konnten.
Das Dilute Gen kann zu einer Farbaufhellung und zu einer Verhornungsstörung der Haut führen. Das Gen führt zu einer abnormalen Verfärbung der Haare, es verklumpt. Die Haare sind dünn und brechen leicht, oder fallen komplett aus (Alopezie – Haarausfall). Die damit einhergehende Keratinisierungsstörung führt unweigerlich zu schwersten Hautproblemen und rezidivierenden Entzündungen.
Durch die rezessive Vererbung müssen beide Elterntiere „d/d“ sein, um die Prädisposition für die CDA zu vererben.
Wohl gibt es einen entsprechenden Gen-Test, um das Vorhandensein beidseits mutierter Gene zu erkennen.
Einen Gentest für das Vorhandensein CDA gibt es aber leider bis heute nicht und wird es auch weiträumig nach Aussage von Prof. Dr. Tosso Leeb von der Uni Bern – Institut für Genetik nicht geben. Wissenschaftlich ist ein solcher Test leider noch nicht umsetzbar.
Wir sind jetzt beim Thema „Zuchthygiene“. Da es keinen genetischen Ausschluss der CDA gibt, kann man als Züchter im Grunde nur schauen, dass man niemals Elterntiere verpaart, die beidseits Träger „d/d“ sind.
Allenfalls eine Verpaarung „D/d“ mit „D/d“ würde ein Auftreten der CDA etwas minimieren. Eine Verpaarung „D/D“ mit „D/d“ würde die Krankheit deutlicher verhindern, bedeutet für den Züchter jedoch das „Risiko“, dass der gefallene Wurf nicht die „gewünschte“ Farbe hat und damit auch nicht den angepeilten finanziellen Erfolg zeigt.

Wie zeigt sich die Erkrankung CDA?
Die Erkrankung ist im frühen Alter nicht sichtbar. Erste Auffälligkeiten stellen sich frühestens im Alter von 6 Monaten ein, in der Regel aber erst etwas zwischen dem ersten und dem zweiten Lebensjahr.
Das Fell des Tieres scheint trocken und schuppig. Es kommt zu Haarausfällen (permanent und verstärkt) vor allem im Bereich des Rückens. Es kommt zu starken Entzündungen der Haut mit schwerem Juckreiz.
Der Gang zum Tierarzt ist für die Halter der betroffenen Tiere zumeist unbefriedigend, denn diese Erkrankung ist unter Veterinären noch weitestgehend unbekannt, da sie viel zu speziell ist. Leider wird oft auf eine Allergie diagnostiziert. Futterumstellung, Gaben von Kortison und weitere entsprechende Maßnahmen zeigen keine, bis wenig dauernde Wirkung.
Ein unschöner Kreislauf für Hund und Halter beginnt.
Ein versierter Tierarzt kann durch ein Trichogramm (Haaranalyse) einen ersten Verdacht eingrenzen. Endgültige Sicherheit bringt jedoch nur eine histologisch untersuchte Biopsie der betroffenen Hautstellen.

Ist die CDA heilbar?
N E I N !

Eine mindestens vierwöchige Gabe von Antibiotikum wird die Entzündung der Haut für einen gewissen Zeitraum eindämmen. Diese Gabe muss regelmäßig in vorgegebenen Abständen (spätestens beim Auftreten neuer Entzündungsherde) wiederholt werden. Der Haarverlust ist irreversibel – der Hund bleibt „kahl“.
Die Haut des Tieres und das Fell müssen ein ganzes Leben sorgfältig gepflegt werden. Dazu gibt es spezielle Shampoos und Lotionen für die Haut.
Der permanente Juckreiz erfordert eine langfristige (bis lebenslange Gabe) von juckreizhemmender Medikamente.
Das Tier leidet und das Tag für Tag!!!

Persönliches Fazit:
Eine Eindämmung der Erbkrankheit CDA ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich! Diese Voraussetzungen werden aber aus zwei Gründen nicht umsetzbar sein:
a) Es gibt in den einschlägigen Verbänden der Sonderzüchter keine Zuchtauflage, die einen DNA-Test zur Bestimmung des „Trägers“ und/oder des „Zeigers“ vorschreibt.
b) Haben Züchter von Sonderfarben unter Umständen keinen Gefallen daran, Würfe zu produzieren, bei denen sich die Zahl der gefallenen Welpen mit Sonderfarben nicht vorhersehen lassen. Die Sonderfarben bringen schließlich das Geld ein.
Der allseits laute Ruf, dass Labradore in Sonderfarben sicher schon bald beim VDH anerkannt sind und gar im LCD oder DRC gezüchtet werden, diesem Ruf vermag ich in keiner Form zu folgen.
Warum nicht?
Nicht, weil sie im Grunde erbgenetisch „Mischlinge“ sind. Dafür gibt es unter den anerkannten Rassen zu viele, in denen unterschiedliche Hunderassen vereint sind. Vielleicht wird nicht mal der gesundheitliche Hintergrund allein einen Anlass bieten, Sonderfarben unter den Labbis nicht anzuerkennen.
Ich denke vielmehr, man hat aus den Fehlern des AKC gelernt. Rassereinheit, typisches Wesen, Gesundheit u n d Optik. Alles Dinge, die bei einem sonderfarbigen „Labrador“ nicht zutreffen, oder… nur bedingt.
Der Rassestandard des Labrador Retriever sieht Punkte vor, die ein Hund in Sonderfarbe nicht erfüllt, nicht erfüllen kann und das mal ganz abgesehen vom Ursprung der Rasse. Wo immer man darüber nachliest, wird man in der Geschichte des Labbis niemals auf die Farben silber, charcoal und champagner stoßen, denn es gab und gibt sie nicht als Labrador!

Neben den gesundheitlichen Aspekten bin ich nicht mal darauf eingegangen, dass Labbis in Sonderfarben oftmals auch Wesenseigenschaften wie Übernervosität, Schreckhaftigkeit, handscheu sein und mehr zeigen.
Jeder Hundehalter liebt seinen Hund und für jeden von uns ist das eigene Tier das wunderschönste Wesen auf der ganzen Welt. Das ist gut so und richtig.
Auch sind nicht alle „Sonderlinge“ krank, oder verhaltensauffällig. Wäre das so, gäbe es sicher längst das geforderte Zucht- und Verbreitungsverbot für diese Hunde.
Ich wünsche mir persönlich nur, dass jeder Mensch, der sich so einen Hund anschaffen möchte, auch weiß, auf was er sich einlässt und was auf ihn und vor allem den Hund zukommen kann (nicht zwangsläufig muss).
Und … nein! Wir Besitzer der gängigen Farben sind nicht „neidisch“ auf das vermeintlich „Besondere“.
Wir haben uns nur bewusst für eine ganz besondere Rasse entschieden, den „Labrador Retriever“ und den gibt’s nur in schwarz, braun und gelb.

Wenn dieses Thema für mich auch sehr emotional geprägt ist, so hoffe ich doch, dass ich einen informativen und neutralen Ton in meinem Bericht getroffen habe.
Es ist nicht an mir, Dinge und/oder Wesen zu bewerten, zu beurteilen. Seit meiner Doktorarbeit zu diesem Thema lässt es mich jedoch nicht los und ich hoffe, ich konnte neutral und angemessen einen kleinen und relativ verständlichen Einblick in die Thematik schaffen.
Herzliche Grüße
Daniela

© Dr. rer. biol. vet. Daniela Koppenhöfer 02/2016
© Foto: Blaue Hunde
Quellen:
-DermaVet: Farbmutantenalopezie
-Universität Bern Institut für Genetik Prof. Dr. Tosso Leeb
-Jack Vanderwyk 9/2015 „All dilutes come from Kellogg´s Dogs”
-AKC
-LabradorNet Database - Pedigrees
-Kellogg´s Weimaraner and other “coincidences”

Mittwoch, 20. Mai 2015

Perlen im Staub der Straße

Schon des Öfteren habe ich mir überlegt: "warum eigentlich immer nur das Elend fotografieren?"

Hätte ich eine wirklich gute Kamera, das Talent zu fotografieren, würde ich mich auf einer der nächsten Touren Richtung Süd- oder Osteuropa darauf beschränken all die Perlen im Staub zu suchen und zu dokumentieren.
Wahre Schönheiten, echte Charakterhunde, die man immer wieder in all dem Elend entdecken kann.
Hunde, die ihren Stolz bewahrten, ihre Freude am Leben zeigen.

Rassentypische Verhaltens- und Hormonprobleme bei Kleinhunden

Kleinhunde – Zwischen Job und Kindchenschema   

Kleine Hunde scheinen für die Haltung in unserer immer enger werdenden Welt optimal geeignet zu sein. Oft vermuten gerade auch ältere Menschen, dass ein Kleinhund für sie besser geeignet wäre als ein grösserer Artgenosse. Stimmt das wirklich?
Text:  Sophie Strodtbeck und Udo Ganslosser
Die Statistik spricht jedoch hier eine andere Sprache. Der amerikanische Hundeforscher Professor James Serpell und sein Team von der Veterinärfakultät der Universität von Pennsylvania haben viele amerikanische Hundehalter nach den Eigenschaften und Auffälligkeiten ihrer Lieblinge befragt. Die Auswertung erfolgte in mehreren wissenschaftlichen Veröffentlichungen nach unterschiedlichen Gesichtspunkten. Uns interessiert hier allerdings ganz besonders die Frage nach der Häufigkeit von Beissvorfällen bei Kleinhunden. Das Ergebnis verwundert zunächst. Beim Angriff auf Fremde führt der Dackel vor dem Chihuahua die Rasseliste an, und zwar in beiden Fällen mit sehr viel höheren Prozentzahlen als irgendeine andere Rasse. Auch der Jack Russell Terrier und der Beagle finden sich noch in der vorderen Gruppe. Beim Angriff auf Hunde sind Jack Russell Terrier, Chihuahua und Dackel ebenfalls noch vor dem Deutschen Schäferhund, Dobermann oder gar Rottweiler zu finden. Ebenso aussagekräftig ist die Statistik des Angriffs auf eigene Besitzer. Dort findet man den Dackel auf Platz 2, den Amerikanischen Cocker Spaniel auf Platz 3, Chihuahua und Jack Russell Terrier auf Platz 4 und 5. Betrachtet man die Werte von Aggression gegen Fremde und Furcht vor Fremden gemeinsam, so sind Dackel und Chihuahua in der Spitzengruppe. Auch Yorkshire Terrier, West Highland Terrier und Pudel finden sich weit über dem Durchschnitt.
Giftzwerg?!  
Eine mögliche Erklärung für die häufigen Verwicklungen in Aggressionsvorfälle ist, dass nach allgemeinem Verständnis kleine Hunde entweder nicht erzogen werden müssten oder (sprichwörtlich beim Dackel) ohnehin nicht erziehbar seien. Dabei zeigen viele kompetent arbeitende Jäger, dass es sehr wohl möglich ist, auch einen Dackel oder einen Jack Russell zum perfekt erzogenen Mitarbeiter zu machen.
Eine Quelle des Missverständnisses ist sicherlich auch die Tatsache, dass nicht alle Kleinhunde ursprünglich nur als kleine Gesellschaftshunde gezüchtet wurden. Die Vielzahl der kleinen Rassen macht es nahezu unmöglich, ihre Aufgaben im Einzelnen zu vergleichen. Genannt seien jedoch viele, die zur Bekämpfung von Mäusen und Ratten eingesetzt wurden, hier besonders die Kleinterrier, oder die als lebende Alarmanlagen auf kleineren Anwesen arbeiteten, wie etwa die kleinen Spitzrassen. Von besonderer Problematik ist möglicherweise auch die Art, wie kleine Hunde, etwa die Bauhundrassen Dackel oder Jack Russell Terrier, bei der Jagd eingesetzt wurden. Hier ging es nicht darum, aus dem Funktionskreis des Beutefangverhaltens Spuren zu suchen und anschliessend flüchtendes Wild zu verfolgen, sondern vielmehr darum, den Dachs oder Fuchs im Bau aufzuspüren und hinauszutreiben. Das bedeutet, dass die dabei eingesetzten Verhaltensweisen wohl nicht dem Funktionskreis des Beutefangs, sondern entweder der innerartlichen oder der zwischenartlich aggressiven Konkurrenz entstammen. Hier wird also mit echter Aggression gearbeitet und nicht mit Jagdverhalten. Dies ist besonders wichtig für die bei kleinen Hunden oftmals auftretende übertriebene Aggressivität, die dann eben auch auf andere Situationen, Begegnungen mit anderen Hunden oder gar Menschen umschlagen kann.
Ebenso erklärt sich aus der Rassegeschichte der arbeitenden Kleinhunde, dass sie sehr unabhängig vom Menschen arbeiten mussten. Die Ergebnisse sind auch heute noch erkennbar. Werden Bauhunde, etwa Dackel oder kleinere Terrier, vor eine schwer oder gar nicht lösbare Aufgabe gestellt, so dauert es viel länger, bis sie zum Beispiel Hilfe von ihrem Menschen erfragen, als dies bei Apportierhunden, Hütehunden und anderen mit dem Menschen kooperierenden Rassen der Fall ist (siehe vorigen Bericht im SHM 9/12).
Grössenwahn?! 

Die genannten rassengeschichtlichen Einflüsse und die leider oftmals falschen Vorstellungen der Halter sind jedoch wohl nicht der einzige Grund dafür, dass Kleinhunde bisweilen geradezu grössenwahnsinnig sind. Möglicherweise liegt die Ursache dabei schon im Erbgut selbst. Es wurde nachgewiesen, dass ein einziges Gen auf einem der Chromosomen der Hunde für die Wachstumsbremse verantwortlich ist. Das bedeutet, dass diese Genvariante eben dafür sorgt, dass kleine Hunde früher aufhören zu wachsen als grössere Rassen. Das selbe Gen steuert auch den Persönlichkeitsfaktor Kühnheit bzw. Wagemut. Es gibt also möglicherweise eine genetische Kopplung zwischen Kleinwuchs und Wagemut, weil das selbe Gen an verschiedenen Stellen des Gehirns und des Körpers unterschiedliche Wirkungen entfaltet. So etwas nennt man Pleiotropeneffekt. Dies ist das gleiche Phänomen wie beim Zusammenhang zwischen Fellfarbe und Persönlichkeit, der in einem der folgenden Beiträge ausführlicher erläutert werden wird. Die selbe Genvariante scheint auch mit der Langlebigkeit von Hunden gekoppelt zu sein. Die Tatsache, dass kleine Hunde oftmals wesentlich älter werden als grössere Rassen hat also möglicherweise denselben genetischen Hintergrund wie ihre gelegentliche Angriffslust und ihre geringere Körpergrösse. Andere Genorte, die den Stoffwechsel der aktivierenden Botenstoffe, beispielsweise die Katecholamine Noradrenalin («Kampfhormon») oder Dopamin («Selbstbelohnungsdroge»), steuern, sind ebenfalls bei vielen Kleinhunderassen identifiziert worden. In dieser Untersuchung einer japanischen Arbeitsgruppe ergaben sich deutliche Unterschiede in der genetischen Ausstattung des Katecholaminsystems zwischen Zwergschnauzern und Maltesern gegenüber beispielsweise Golden Retrievern und Labrador Retrievern.
In einer kürzlich veröffentlichten Studie wurde der «Grössenwahn» der Kleinhunde noch mit anderen physikalischen Methoden belegt. Man spielte Hunden aus einem Lautsprecher Knurrlaute vor, die technisch so verändert waren, dass sie auf Hunde unterschiedlicher Körpergrösse schliessen liessen. Letztlich kann ja ein kleiner Hund aus rein physikalischen Gründen nicht so tief knurren wie ein grosser. Getestet wurde nun, ob und in welcher Weise die Hunde auf den vorgespielten Knurrlaut antworteten. Grosse und auch mittelgrosse Testhunde antworteten nahezu ausschliesslich auf Knurrlaute von Artgenossen ihrer eigenen Grössenkategorie. Kleine Hunde dagegen knurrten alle an. Ähnliches galt für einen optischen Attrappenversuch. Hierbei wurden Hundesilhouetten unterschiedlicher Grösse an die Wand projiziert. Auch dabei reagierten Kleinhunde ganz heftig auf Hunde aller Grössenkategorien, während mittelgrosse und grosse Hunde sich auch hier darauf beschränkten, mit gleich grossen Artgenossen zu kommunizieren.
Gesundheitliche Probleme?! 
Neben diesen aus verhaltensbiologischen und möglicherweise genetischen Gründen schon charakteristischen Eigenschaften wird jedoch auch der Körperbau selber den Kleinhunden oftmals zum Fluch. Zentral für das Verständnis dieser Probleme ist der Begriff der Allometrie. Kurz gesagt, bedeutet dieser Begriff, dass bei Verkleinerung oder Vergrösserung eines Tieres nicht alle Organe im gleichen Mass wie die gesamte Körpergrösse wachsen. Bekanntermassen haben beispielsweise sehr grosse Rassen ein kleineres Gehirn und sehr kleine Rassen ein im Verhältnis zur Körpergrösse gesehen relativ grösseres Gehirn. Bereits mit dieser unterschiedlichen Gehirngrösse werden wir anschliessend im Zusammenhang mit den Fehlentwicklungen in der Schädelbildung nochmals zu tun bekommen.
Die allometrischen Prinzipien gelten jedoch nicht nur fürs Gehirn, sondern für nahezu alle anderen inneren Organe oder auch das Skelett. So können bei Verkleinerung einer Tierart nicht alle Organe im gleichen Masse schrumpfen. Herz- und Kreislaufsystem oder auch das Darmsystem müssen schlichtweg grösser bleiben, sonst können sie ihre Aufgaben nicht erfüllen. Das wiederum bedeutet aber, dass zum Erreichen des gewünschten Minigewichts dann andere Organsysteme zurückbleiben müssen. Dies betrifft zum Beispiel das Skelett und auch die zugehörige Skelettmuskulatur – die Knochen kleiner Hunde sind daher oft besonders empfindlich und brüchig. Schon ein Sturz von einer oder zwei Treppenstufen kann lebensbedrohlich sein. Weil das Gehirn eben nicht beliebig verkleinert werden kann, ändert sich auch die Schädelgestalt. Das wiederum ist leider in der heutigen Zeit beim kleinen Gesellschaftshund schon wieder ein Selektionsfaktor. Das Kindchenschema mit den grossen, leicht hervorquellenden Augen, der gerundeten hohen Stirn, der kurzen bis nicht mehr vorhandenen Schnauze, alle diese Faktoren wirken auf viele Menschen unwillkürlich niedlich und lösen pseudoelterliche Gefühle aus. Je mehr ein Hund diesem Kindchenschema entspricht, desto herziger und niedlicher findet man ihn.
Leider lassen sich aber die genannten allometrischen Prinzipien dadurch nicht aushebeln. Kleine Hunde haben oft erhebliche Probleme in der Schädelbildung. Oftmals bleiben die Fontanellen, also die Fenster zwischen den Schädelknochen offen, oder das Kleinhirn passt nicht mehr in die Schädelhöhle und verschiebt sich so stark in den Rückenmarkskanal, sodass permanente neurologische Defekte und Störungen daraus resultieren. Gerade der letztgenannte Fall ist eine typische neurologische Erkrankung bei kleinen Hunden. Sehr oft findet man diesen Defekt bei Cavalier King Charles Spaniels, aber auch bei anderen Kleinhunderassen.
Auch die Hitzeempfindlichkeit vieler Kleinhunde geht unter anderem auf dieses Kindchenschema zurück. Möpse und andere besonders pummelige Kleinhunde haben ohnehin Schwierigkeiten, ihre Körpertemperatur über die Körperoberfläche zu regulieren. Besonders fatal wirkt sich aber die Verkürzung der Nasenräume und des Gaumensegels aus. Bei kurzer bis nicht mehr vorhandener Schnauze bleibt einfach kein Platz für die sogenannten Nasenmuscheln. Diese dünnen Knochenplättchen tragen die Nasenschleimhaut, die ja überwiegend nicht zum Riechen, sondern zur Kühlung der Luft und zur Wärmeabgabe benötigt wird.
Betrachtet man die Körperproportionen von kleinen und grossen Hunden, so fallen zwei unterschiedliche Gruppen dabei auf: Die eine Gruppe sind die weitgehend proportional verkleinerten Hunde, bei denen alle Organe und Knochen, soweit eben möglich, gleichermassen geschrumpft sind. Diese haben vor allem Probleme mit den bereits erwähnten dünnen und bruchanfälligen Knochen, mit den übergrossen inneren Organen, und sie sind gegebenenfalls auch temperaturempfindlich. Unproportional verkleinerte Hunde, etwa Dackel oder manche Kleinterrier, sind buchstäblich zu lang für ihre Grösse, da die Beine übermässig verkürzt erscheinen. Hier sind dann Rückenprobleme, Bandscheibenanfälligkeiten und andere orthopädische Schwierigkeiten zu befürchten. Unproportional auf Kindchenschema verkleinerte Kleinhunde haben die oben genannten Schwierigkeiten im Schädelverschluss und im Bau des Gehirns. Auch Zahnfehlstellungen, Atemprobleme und andere Schwierigkeiten sind im Falle unproportionaler Verkleinerung in Richtung Kindchenschema häufig.
Ein Hund ist ein Hund! 

Aus verhaltensbiologischer Sicht genauso bedeutsam ist jedoch, dass auch Kleinhunde als reguläre Hunde die gleichen Bedürfnisse und Ansprüche an ihre Haltung haben wie grössere. Auch Kleinhunde haben Beine zum Laufen, eine Nase zum Schnuppern und Zähne zum Kauen. Und sie haben ein Gehirn, dass mindesten ebenso trainierbar ist wie das von grösseren Rassen. Betrachten wir nochmals die Ergebnisse der bereits im letzten Teil ausführlicher behandelden Budapester Vergleichsstudie, so liegen die meisten Kleinhunde im Bereich Trainierbarkeit durchaus im Mittelfeld, teilweise auch oberhalb des mittleren Bereichs. Die folgende Tabelle zeigt einige charakteristische Werte:
Rasse Emotionale Stabilität Trainierbarkeit Geselligkeitmit Hunden Extrovertiertheit
Chihuahua 83 60 94 65
Dackel 53 61 73 49
Havaneser 20 50 38 69
Jack Russel 82 25 84 8
Zwergdackel 55 52 43 77
Zwergpinscher 92 46 54 9
Zwergpudel 60 51 78 79
West Highland 52 68 51 39
Yorkshire 86 79 49 40

Aus diesen Angaben und Erfahrungsberichten vieler Kleinhundehalter ergibt sich, dass wir kleine Hunde schlichtweg wie Hunde behandeln müssen. Kleine Hunde sind gut trainierbar, sind erziehbar und haben bei richtiger Führung mindestens ebenso viel Spass am Leben und an der Zusammenarbeit mit ihren Menschen wie grosse Rassen. Als «Couchpotato» sind sie genauso wenig geeignet wie ein grösserer Artgenosse. Wenn dies berücksichtigt wird und man bei der Anschaffung auf die Auswüchse eines einseitigen Rassenverkleinerungswahn verzichtet, können Kleinhunde nicht nur liebenswerte, sondern sehr bemerkenswerte Familienmitglieder und Kumpane werden.
Und darauf, dass man auch von den Haltern «normaler Hunde» mit einem Kleinhund oft nur milde belächelt wird, kann man zum Beispiel kontern: «Der ist nicht klein, das ist ein Konzentrat!»

 http://hundemagazin.ch/wp-content/uploads/2013/12/38-41_Verhalten.pdf

Freitag, 15. Mai 2015

Telefonische Erreichbarkeit der Pension

Da wir leider (ländlich wohnend bedingt) oftmals über kein sehr gutes Mobilfunknetz verfügen, können Sie uns am Besten unter der Festnetznummer:
02545-935868 erreichen.

Sollten wir uns mit unseren vierbeinigen Gästen draußen befinden, oder rufen Sie außerhalb unserer Öffnungszeiten (Mo.-Sa. von 8:00-12:00 und 14:30-19:00 Uhr) an hinterlassen Sie gern auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht inkl. Ihrer Telefonnummer, wir rufen dann schnellstmöglich zurück.

Mausi

https://www.youtube.com/watch?v=zRtuCZTcQ_Q

Mittwoch, 8. April 2015

„Ein häufiger Trugschluss: der Hund hat Angst vor Männern, weil er früher von einem Mann misshandelt wurde“
Karen B. London, PhD, ist Certified Applied Animal Behaviorist und hat sich als zertifizierte Hundetrainerin auf Hunde mit ernsten Verhaltensproblemen spezialisiert. In ihrem höchst interessanten Blogbeitrag, erklärt sie, warum die Schlußfolgerung: "der Hund hat Angst vor Männern, weil er früher von einem Mann misshandelt wurde" häufig eine Fehleinschätzung ist und was tatsächlich hinter dieser und anderen Ängsten steckt.
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Hunde, die von Natur aus ängstlich sind
Nicht jeder Hund, der ein „Angsthase“ ist, wurde misshandelt
Karen B. London, PhD, The Bark

"Er/sie muss misshandelt worden sein", ist ein Kommentar, den ich mit alarmierender Regelmäßigkeit höre. Wenn ein Hund sich duckt und zittert oder eine Person, die einen Hut trägt, anbellt und anknurrt, ist es natürlich, zu denken, dass diese starke Reaktion der Beweis für eine frühere harte Behandlung durch jemanden ist, der einen Hut getragen hat. Es ist leicht zu schlussfolgern, dass ein Hund, der vor Kindern Angst hat, durch die Nachbarskinder gequält wurde. Ebenso logisch ist es, anzunehmen, dass ein Hund nur aversiv auf einen Besen reagiert, wenn er zuvor schlimme Erfahrungen mit einen Besen gemacht hat.
Ohne jeden Zweifel, werden viel zu viele Hunde misshandelt, aber nicht alle Hunde, die scheinbar misshandelt wurden, wurden tatsächlich schlecht behandelt. Einige haben Angst, weil sie nicht ausreichend sozialisiert worden sind, oder haben eine genetische Veranlagung ängstlich zu sein oder beides. Misshandlung als Vorgeschichte, ist genauso häufig ein Faktor, wie sie es nicht ist.

Das häufigste Szenario, dass Menschen schlussfolgern lässt, dass ein Hund misshandelt wurde, ist ein Hund, der gut mit Frauen klarkommt, aber Angst vor Männern hat. Die Theorie, dass ein Hund möglicherweise durch einen Mann misshandelt wurde, wird nicht jedoch durch die Tatsache bewiesen, dass der Hund Angst vor Männern hat. Typischerweise haben Hunde mit Angst-Tendenzen mehr Angst vor Männern als von Frauen. Ich habe Hunderte von Hunden getroffen, die nur vor Männern Angst hatten, aber genau zwei, die Frauen mehr fürchteten. Tatsache ist, dass Hunde, die ängstlich sind, eine natürliche Neigung haben, mehr Angst vor Männern zu haben. Niemand weiß sicher, warum das so ist, aber es ist wahrscheinlich, dass ihre größere Körpergröße, breitere Schultern, eine tiefere Stimme und die Gesichtsbehaarung sie einschüchternder machen.
Einen weiteren Grund dafür, dass Hunde mehr Angst vor Männern haben könnten, liefert eine Studie, veröffentlicht im Journal Current Biology*. Wenn von einer Bewegung nur Leuchtpunkte sichtbar sind [beim Filmen werden Tiere oder Gegenstände mit reflektierenden Markierungen oder Punktlichtern an den großen Gelenken versehen und auf dem Video sind dann nur diese Leuchtpunkte sichtbar], nehmen Beobachter einen interessanten Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Bewegungen wahr. Figuren, mit einer als männlich wahrgenommen Gangart, scheinen sich zu nähern, während Figuren mit sowohl weiblicher, als auch geschlechtsneutraler Gangart, als sich entfernend wahrgenommen werden. Ängstliche Hunde haben normalerweise am meisten Angst, wenn etwas angsteinflößendes sich auf sie zu bewegt. Kein Wunder, dass sie Männer bedrohlicher finden, als Frauen.

Geruch könnte ein weiterer Faktor sein. Ein kürzlich durchgeführtes Experiment veröffentlich im Magazin Nature Methods**, hat gezeigt, dass Mäuse und Ratten, unterschiedlich auf männliche und weibliche Experimentatoren reagieren, weil sie unterschiedlich riechen. Das bedeutet, dass alle Verhaltensstudien von diesen Nagetieren möglicherweise durch das Geschlecht der Experimentatoren, die die Studie durchgeführt haben, beeinflusst wurden. Die Versuchstiere waren durch die Anwesenheit von Männern hoch gestresst und zeigten eine verminderte Schmerzreaktion; sogar T-Shirts, die zuvor von Männern getragen wurden (nicht aber die von Frauen getragenen) verursachten diese Reaktion.
Die Nager wurden durch die Gerüche von männlichen Tieren verschiedener Arten, darunter Hunde, Katzen, Meerschweinchen und sogar andere Nagetiere, ähnlich gestresst. Männer setzen bestimmte Pheromone in größeren Konzentrationen frei, als Frauen und diese angstauslösenden Botenstoffe sind bei Säugetieren verbreitet, was bedeutet, dass auch Hunde von ihnen beeinflusst werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Geruchsunterschiede Hunde beeinflussen und dafür sorgen, dass sie mehr Angst vor Männern haben.
Die Annahme, dass die Angst vor Männern, auf eine frühere Misshandlung durch einen Mann hinweist, ist nicht die einzige, die fehlerhaft sein kann. Viele Menschen sind sich sicher, dass Hunde, die negativ auf Menschen mit Hüten oder Rucksäcken reagieren, durch eine Person, misshandelt wurden, die diese Objekte trug. Auch hier gilt wieder: dies ist möglich, aber es ist wahrscheinlicher, dass der Hund einfach mit diesen Objekten selbst und der Art und Weise, in der sie das Aussehen eines Menschen verändern, nicht vertraut ist. Viele Hunde reagieren ängstlich auf eine veränderte Silhouette und zeigen beispielsweise Angst, beim Anblick eines Menschen, den sie kennen und lieben, wenn dieser einen Hut trägt. Sobald die Person den Hut abnimmt, wechselt der Hund zum freudigen Begrüßungsverhalten.

Ein weiterer, häufig missverstandener Bereich ist die Angst vor Kindern. Viele Hunde verhalten sich in der Nähe von Kindern schreckhaft, wegen deren unberechenbaren Verhalten, insbesondere wenn sie in einem frühen Alter nicht gut sozialisiert worden sind. Denn aus der Sicht eines Hundes verhalten sich Kinder eigenartig und nicht vorhersehbar. Sie wechseln schnell die Richtung, rollen auf dem Boden, bewegen sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, machen seltsame Geräusche und sind in der Regel aufgeregte, zweibeinige tanzende Derwische. Für Hunde, die von Natur aus ängstlich sind, können aufgeregte, laute, sich bewegende Menschen, unberechenbar sein und deshalb Angst auslösen. (Als Kehrseite gibt es ängstliche Hunde, die gut mit Kindern umgehen können, aber vor Erwachsenen Angst haben. In der Regel haben solche Hunde positive Erfahrungen mit Kindern und ihrem unvorhersehbaren Verhalten gemacht.)
Wenn die Ängstlichkeit eines Hundes vor bestimmten Typen von Menschen oder bestimmten Alltagsgegenständen nicht zwangsläufig bedeutet, dass der Hund misshandelt wurde, wie können Sie sich dann sicher sein, dass Ihr Hund in der Vergangenheit misshandelt wurde? Die ehrliche Antwort ist, dass – wenn Sie nicht die ganze Vorgeschichte ihres Hundes kennen – Sie das nie sicher wissen. Einige Hinweise können Ihnen jedoch zu einer begründeten Vermutung verhelfen. Misshandlung ist eine weniger wahrscheinliche Erklärung für die Ängstlichkeit eines Hundes, wenn die Reaktionen des Hundes zum Verhaltensmuster von Hunden passt, die von Natur aus ängstlich sind. Solche Hunde verhalten sich häufig vorsichtig in der Nähe von Fremden, vor allem bei Männern und am meisten bei großen Männern mit tiefen Stimmen und Bärten, oder bei jeder Person, die Gegenstände - Gartengeräte, Besen, Mopp, Sonnenbrille, Rucksack oder einen Hut trägt. Hunde die allgemein ängstlich auf die Umgebung reagieren, reagieren oft am stärksten, wenn sich fremde Menschen nähern, sie direkt ansehen, aus einer sitzenden Position aufstehen oder nach unten greifen, um sie zu streicheln.

Wenn der Hund mehrere Verletzungen, wie gebrochene Knochen oder Zähne oder Narben im Gesicht und am Körper hat, ist Misshandlung wahrscheinlicher. Natürlich könnten diese Verletzungen durch Unfälle entstanden sein und einige Formen der Misshandlung hinterlassen keine Narben. Dennoch ist ein Hund mit ungeklärten Anzeichen physischer Traumata eher ein Opfer von Misshandlung, als ein Hund ohne diese Anzeichen.
Wenn die Angst eines Hundes sehr spezifisch ist, ist es wahrscheinlicher, dass sie auf einem Trauma in Form einer Misshandlung beruht. Wenn ein Hund also Angst vor sommersprossigen, rothaarigen Kindern mit Brille in der Altersgruppe von 10 bis 12 Jahren, aber kein Problem mit allen anderen Kindern hat, ist es wahrscheinlicher, dass eine negative Erfahrung mit einem Kind auf das diese Beschreibung zutrifft, diese Angst verursacht. Wenn ein Hund andererseits nur problemlos mit Kindern klarkommt, die älter als 16 sind, wäre meine Vermutung, dass der Hund keine ausreichende Erfahrung mit vielen unterschiedlichen Kindern gemacht hat und er deshalb nur mit Kindern zurechtkommt, die Erwachsenen in Größe und Verhalten ähneln. Falls der Hund dagegen mit Männern klarkommt, solange sie keine Halbschuhe mit Schnallen tragen, wäre ich geneigt, Misshandlung zu vermuten. Die Spezifität der Ängste weist eher auf eine Misshandlung hin, während generell ängstliche Hunde auf eine breitere Palette von Auslösern reagieren.

Selbst im Fall einer spezifischen Angst müssen wir vorsichtig sein, auf Misshandlung als Ursache zu schlussfolgern. Ich hatte beispielsweise einen Kunden, dessen Hund nur gegenüber einer Person ängstlich und aggressiv reagierte. Das hört sich an, als ob diese Person den Hund schlagen könnte, oder? Nicht in diesem Fall. Der Mann, vor dem der Hund Angst hatte, war der Nachbar, der während eines Hausbrandes das Leben des Hundes gerettet hatte; dieser wunderbare Mann ging in das brennende Haus und trug den Hund hinaus, bevor die Feuerwehr kam. Bis dahin mochte der Hund diesen Mann, aber nach dem Brand hatte er Angst vor ihm, vermutlich weil er den Mann mit seiner schrecklichen Erfahrung verknüpft hatte.
Obwohl jeder der Hunde liebt, wissen will, ob ein bestimmter Hund misshandelt wurde, wird das gleiche Verfahren eingesetzt, damit ein Hund Ängste jeglicher Herkunft überwindet. Klassische Konditionierung, Desensibilisierung und Geduld hilft Menschen und Hunden dabei gleichermaßen. Es ist wichtig, einen ängstlichen Hund nicht mit Gewalt in Situationen zu zwingen, die Angst auslösen, sondern den Hund vor beängstigenden Umständen zu schützen. Seien Sie sanft und freundlich und verzichten Sie auf Strafe. Sie dürfen jeden Hund, der Angst zeigt unterstützen, ohne sich Gedanken über die häufige (aber falsche) Warnung zu machen, dass Sie diese Angst durch das Trösten verstärken. Akzeptieren Sie, dass aus vielen ängstlichen Hunden nie gesellige Mitläufer werden und lieben sie sie dafür, wie sie sind und nicht dafür, wie Sie Ihrer Meinung nach sein sollten.
Einige Menschen scheinen erleichtert zu sein, wenn ich ihnen sage, dass ihr Hund wahrscheinlich nicht misshandelt wurde, andere scheinen enttäuscht zu sein, weil sie die Geschichte von der Aufnahme eines misshandelten Hundes und das damit verbundene gute Gefühl, aufgeben müssen. Ich kann mit beiden Gruppen mitfühlen.
Ich kann die Erleichterung verstehen und ich kann auch verstehen, wie gut es sich anfühlt, einem Hund, der zuvor nur Grausamkeit kennengelernt hat, ein liebevolles Zuhause zu geben. Und obwohl ich letztendlich nicht sagen kann, welcher Hund mit unbekannter Vorgeschichte misshandelt wurde und welcher nicht, stimme ich mit anderen fortschrittlichen Trainern und Verhaltensforschern überein, dass misshandelte Hunde nicht so häufig vorkommen, wie man vielleicht denkt.
Viele wunderbare Kunden mit ängstlichen, reaktiven Hunden, haben zu mir gesagt: "Die Leute werden denken, dass wir ihn/sie misshandelt haben, aber ich schwöre, wir haben ihm/ihr nie wehgetan." Es freut mich, dass ich sie beruhigen kann, weil ich ihnen glaube und das aus einem sehr guten Grund.

*Brooks, Anna, et al. "Correlated changes in perceptions of the gender and orientation of ambiguous biological motion figures." Current Biology 18.17 (2008): R728-R729.
**“Sorge, Robert E., et al. "Olfactory exposure to males, including men, causes stress and related analgesia in rodents”, Nature methods (2014)
Quelle der Übersetzung: http://thebark.com/content/naturally-fearful-dogs

Sonntag, 24. November 2013

Neu ab 01.01.2014:

Bitte beachten Sie, daß an Sonn- und Feiertagen kein Bringen oder Abholen der Gasthunde mehr möglich ist, da unsere Pension an diesen Tagen für den Publikumsverkehr geschlossen bleibt.

Von Montag bis Samstag ist das Bringen und Abholen der Pensionshunde in der Zeit von
7:30 bis 10:30 Uhr    und     14:30 bis 19:00 Uhr möglich.

Samstag, 28. September 2013

Und wieder einmal

zogen liebenswerte "Mitbewohner auf Zeit" bei uns ein, die sich unter "Zuhause gesucht" gern einmal vorstellen möchten....

Samstag, 6. Juli 2013

Manchmal...

...geschehen Dinge, die so nie geplant waren.

Mit denen man nicht rechnete, da man versuchte ihnen vorzubeugen.
So war ich vor 2 Jahren wohl erstmals so "vernünftig" einen ausnahmsweise mal nicht so antiken Transporter zu erwerben, der uns im Alltag treue Dienste leisten sollte.
Sei es nun um das Futter für all die Tiere zu transportieren, Baumaterial für unser Hundehotel, das laufend renoviert und verschönert wird, erkrankte Tiere gut wärmeisoliert und belüftet zum TA zu chauffieren, und, und, und,...

Natürlich sollte er auch die in verschiedenen Tierheimen dringend benötigten Dinge, die all die lieben Menschen für notleidende Tiere spendeten, sicher zum Ziel bringen.
Aus diesem Grunde wurde er technisch gehätschelt wie unser Augapfel, öfter als nötig das Öl gewechselt, der Zahnriemen erneuert, um eventuellen Zipperlein vorzubeugen.

Tja, bis dann die Fahrt zu Olga Sirkou' s Tierheim in Asprovalta/Griechenland stattfinden sollte....
So saß ich nun, das Gefühl von Freiheit und Abenteuer um die Nase wehend, hinter dem Lenkrad und tuckerte gemütlich Richtung Süden.
Bis ein bis dahin unbekanntes, äußerst "ungesundes" Geräusch aus dem Motorraum die Fahrt unbarmherzig beendete. Zum Glück gelang es noch den Standstreifen auf der A3 kurz vor Deggendorf zu erreichen um dann ziemlich perplex zu überlegen: "Was machste denn jetzt?"

Gott sei Dank gibt es diesen Momenten erfahrene Menschen, die wissen was zu machen ist, mit ihrem Abschleppwagen den Transporter huckepack nehmen und vom tosenden Verkehr der Autobahn in ruhigere Gefilde abzuschleppen :)

Da saßen wir nun, Günther mein 4-beiniger Bodyguard  und ich mit all den Futtersäcken, Scalibor-Halsbändern, der Welpenmilch,... im ungemütlich regnerischen Bayern.
Unser "robuster" Dieselmotor hatte uns mit schnöden 170.000 km auf dem Tacho schmählich im Stich gelassen, ein Austauschmotor war nicht zu bekommen, an eine Reparatur auch nicht zu denken.
Da es täglich stärker regnete, die Tage und Nächte im invaliden "home on wheels" zusehends ungemütlicher wurden, jegliche Miettransporter aufgrund des Monatsende-Umzugs-Wochenendes ausgebucht waren, nahte die Rettung aus dem Münsterland :) Danke, Angelo und Lukas!!

Trotz und alledem haben eure/Ihre Sachspenden einen guten Zweck erfüllt. Einen Teil holte der Sternenhof Pocking ab, der andere Teil wurde von einer lieben, engagierten Frau übernommen, die es zu den überschwemmten Tierheimtieren brachte.
Danke für all die Hilfe und Unterstützung.

Auf ein Neues ;)
Nun ziert unseren Hof wieder ein alter (richtig alter!) Mercedes-LKW, zugegebenermaßen ziemlich bunt, laut und langsam, aber hoffentlich bedeutend treuer.
Bitte nicht erschrecken, wenn ein im Wespendesign gestaltetes Ungetüm (der Vorbesitzer war ein 100%iger BVB-Fan) den freien Blick auf die saftiggrünen Geitendorfer Weiden versperrt ;)